März 2022 Bethanienrundbrief 

 

Liebe Freunde des Heiligtums in Bethanien,

 

Impuls zum 25. März Mariä Verkündigung

 

Damit sich Dein Herz öffne

 

Ganz offen bist Du, Maria. Deine Hände sind leer, du hältst sie nicht zu dir hin, die öffnest sie, dass Gott sie füllen kann. Du gehst auf die Knie, du machst dich klein vor dem großen Gott, von dem du bald bekennen darfst: „Großes hat an mir getan, der Allmächtige.“ Vor dir liegt ein offenes Buch, noch nicht beschrieben. Du erlaubst Gott, seine Geschichte mit dir hineinzuschreiben, eine Geschichte, die dir noch nicht bekannt ist, zu der du aber ein Ja sagst, Ja sagst zu Gottes Plänen mit dir, Tag füg Tag, Jahr für Jahr. Dein Wille geschehe, mach mit mir, was du willst, ich will mich von dir führen lassen. Du schließt Deine Augen, du hörst in dich hinein, weil in dir, in Deinem Herzen, Gott zu dir spricht, und zugleich ist dein Kopf so geneigt, dass Dein Ohr auf den Himmel ausgerichtet ist, dass Du ganz Ohr für Gottes leise Stimme bist. In dieser Offenheit kann Dich das göttliche Licht von oben treffen, mitten im Alltag, mitten in deinem Leben. Seine Strahlen durchdringen dich ganz, du bist voll der Gnade, Gottes Nähe und Gottes Liebe erfüllen dich ganz, du bist nicht nur „überschattet“ vom Heiligen Geist, sondern ganz durchdrungen von seinem Licht.

 

Was mit dir geschieht, ist nicht zu sehen im Rampenlicht der Welt, sondern im Innerraum der göttlichen Liebe, dem Du Raum gegeben hast in Deinem ganzen Leben – von Anfang an. Diese Innentür des Tabernakels zeigt uns, dass du selbst der Tabernakel Gottes bist, in dem Gott klein und verborgen mitten unter uns ist.

 

„Gegrüßet seist du Maria, du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir.“

 

Nimm uns an die Hand, Maria, damit wir mit dir unsere Hände öffnen dürfen, dass Gott sie füllt, dass wir wie du spüren dürfen, dass er mitten in uns lebt, die Mitte unseres Herzens ist, dass seine Gnade, Nähe und Liebe uns erfüllt.

 

Andreas Rapp, Pfr.i.R.

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Papst weiht Russland und die Ukraine dem Herzen Mariens

 

Papst Franziskus wird am Freitag, den 25. März, Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen. Der Weiheakt wird im Petersdom während einer Bußfeier vollzogen. Im Marienerscheinungsort Fatima, Portugal, erfolgt ebenfalls ein Weiheakt zur selben Zeit. Kardinal Konrad Krajewski wird diese Weihe vollziehen. Papst Franziskus reiht sich damit in eine Reihe von Päpsten ein, die diese Weihe für den Frieden in der Welt schon in früheren Jahren vollzogen haben, letztmals Papst Johannes Paul II. im Jahr 1989. Dieses Ereignis macht keinen Lärm und wird auch von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Ist das nicht ein frommer Akt, wo doch andere Aktivitäten in dieser kritischen Zeit geboten sind, fragen sich wohl viele Menschen. Dass unserem Papst der Frieden zwischen Ukraine und Russland ein Herzensanliegen ist, das wird mit seinen vielen diplomatischen Einsätzen mehr als deutlich. Und doch spürt er, dass er bei allem Einsatz diesen Frieden nicht machen kann. Und so vertraut er dieses Anliegen in einem Bußgottesdienst der Gottesmutter an. Sie muss in die Not der Menschen hineingehen, sie wird eingeladen, die Herzen, auch der Mächtigen zu bewegen, in einem Kriegsgeschehen, das so viel Not und Tod fordert. Bei der deutschen Bischofskonferenz in 14-Heiligen war auch Bischof Bohdan Dzyuarak, der für die in Deutschland lebenden Ukrainer zuständig ist, dabei. Er hat mit sehr drastischen Worten die Not der Menschen in seiner Heimat beschrieben, gedankt für die Solidarität, die auch in unserem Land zu erleben ist, und dann, das hat mich schon beeindruckt, gemeint: Das wichtigste, was wir seinem Land geben können, sei unser Gebet. Darin, so scheint mir, kommt das Vertrauen zum Ausdruck, dass in dieser Situation, wo wir der Macht der Mächtigen eigentlich nur unsere Ohnmacht entgegensetzen können, dass wir in dieser Not doch von Gott gehalten und geführt sind, dass er allein auch die Herzen der Mächtigen bewegen kann. Mich beeindrucken auch Zeugnisse aus der Ukraine, wie mitten in der Not Menschen zusammenhalten und sich von Gott gehalten wissen. „Ich habe das Elend meines Volkes gesehen und bin zu ihnen hinabgestiegen“, so sagt Gott zu Moses und er sagt es auch zu den Menschen in der Ukraine. Maria kennt die Not der Menschen, mit ihrem kleinen Kind ist sie nach Ägypten geflohen, ist auch heute bei den Menschen, die ohne Mann mit ihren Kindern fliehen und in der Fremde eine neue Heimat finden müssen, und sie ist auch bei den Menschen, die in den Luftschutzbunkern Bombennächte überstehen müssen. Sie hat ein Herz für die Menschen, und der Papst vertraut sie ihrem Herzen an, vertraut ihr, dass sie die Herzen der Mächtigen bewegen kann. Schalten wir uns in seine Weihe ein. Das wichtigste, was wir seinem Land geben können, so Bischof Bohdan Dzyuarak, ist das Gebet.

Andreas Rapp, Pfr.i.R.

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Wortlaut des Weihegebetes

O Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter, in dieser Zeit der Prüfung wenden wir uns an dich. Als unsere Mutter liebst du uns und kennst uns; kein Anliegen unseres Herzens ist dir verborgen. Mutter der Barmherzigkeit, wie oft haben wir deine wachsame Sorge und deine friedvolle Gegenwart erfahren! Du führst uns unaufhörlich zu Jesus, dem Friedensfürsten.

 

Doch wir sind von diesem Weg des Friedens abgekommen. Wir haben die Lektion vergessen, die wir aus den Tragödien des letzten Jahrhunderts gelernt haben, das Opfer der Millionen, die in zwei Weltkriegen gefallen sind. Wir haben die Verpflichtungen, die wir als Gemeinschaft der Nationen eingegangen sind, missachtet. Wir haben die Träume der Menschen vom Frieden und die Hoffnungen der Jugend verraten. Wir wurden krank vor Gier, wir dachten nur an unsere eigenen Nationen und deren Interessen, wir wurden gleichgültig und waren gefangen in unseren egoistischen Bedürfnissen und Sorgen. Wir haben uns entschieden, Gott zu ignorieren, uns mit unseren Illusionen zufrieden zu geben, arrogant und aggressiv zu werden, unschuldiges Leben zu unterdrücken und Waffen zu horten. Wir haben aufgehört, die Hüter unseres Nächsten und Verwalter unseres gemeinsamen Hauses zu sein. Wir haben den Garten der Erde mit Krieg verwüstet und durch unsere Sünden das Herz unseres himmlischen Vaters gebrochen, der möchte, dass wir Brüder und Schwestern sind. Wir wurden gleichgültig gegenüber allen und allem außer uns selbst. Jetzt schreien wir voller Scham auf: Vergib uns, Herr!

 

Heilige Mutter, inmitten des Elends unserer Sündhaftigkeit, inmitten unserer Kämpfe und Schwächen, inmitten des Geheimnisses der Ungerechtigkeit, die das Böse und der Krieg ist, erinnerst du uns daran, dass Gott uns niemals verlässt, sondern weiterhin mit Liebe auf uns schaut, immer bereit, uns zu vergeben und uns zu neuem Leben zu erwecken. Er hat dich uns geschenkt und dein Unbeflecktes Herz zu einer Zuflucht für die Kirche und die ganze Menschheit gemacht. Durch Gottes gnädigen Willen bist du immer bei uns; selbst in den schwierigsten Momenten unserer Geschichte bist du da, um uns mit zärtlicher Liebe zu führen.

 

Wir wenden uns nun an dich und klopfen an die Tür deines Herzens. Wir sind deine geliebten Kinder. In jedem Zeitalter gibst du dich uns zu erkennen und rufst uns zur Umkehr. Hilf uns in dieser dunklen Stunde und schenke uns deinen Trost. Sprich noch einmal zu uns: "Bin ich nicht hier, ich, der ich deine Mutter bin?" Du bist in der Lage, die Knoten unserer Herzen und unserer Zeit zu lösen. Auf dich vertrauen wir. Wir vertrauen darauf, dass du besonders in den Momenten der Prüfung nicht taub bist für unser Flehen und uns zu Hilfe kommst.

 

Das hast du auch in Kana in Galiläa getan, als du bei Jesus Fürsprache eingelegt hast und er das erste seiner Zeichen tat. Um die Freude des Hochzeitsfestes zu bewahren, hast du zu ihm gesagt: "Sie haben keinen Wein" (Joh 2,3). Nun, Mutter, wiederhole diese Worte und dieses Gebet, denn in unserer Zeit ist uns der Wein der Hoffnung ausgegangen, die Freude ist verflogen, die Brüderlichkeit ist geschwunden. Wir haben unsere Menschlichkeit vergessen und das Geschenk des Friedens vergeudet. Wir haben unsere Herzen der Gewalt und der Zerstörungswut geöffnet. Wie sehr brauchen wir deine mütterliche Hilfe!

 

Deshalb, o Mutter, erhöre unser Gebet.

 

Stern des Meeres, lass uns nicht im Sturm des Krieges Schiffbruch erleiden.

 

Arche des Neuen Bundes, inspiriere Projekte und Wege der Versöhnung.

 

Königin des Himmels, stelle den Frieden Gottes in der Welt wieder her.

 

Beseitige den Hass und den Durst nach Rache und lehre uns Vergebung.

 

Befreie uns vom Krieg, schütze unsere Welt vor der Bedrohung durch Atomwaffen.

 

Königin des Rosenkranzes, lass uns erkennen, dass wir beten und lieben müssen.

 

Königin der Menschheitsfamilie, zeige den Menschen den Weg der Brüderlichkeit.

 

Königin des Friedens, schaffe Frieden für unsere Welt.

 

O Mutter, möge dein schmerzliches Flehen unsere verhärteten Herzen bewegen. Mögen die Tränen, die du für uns vergießt, dieses Tal, das durch unseren Hass ausgetrocknet ist, neu erblühen lassen. Inmitten des Waffendonners möge dein Gebet unsere Gedanken auf den Frieden lenken. Möge deine mütterliche Berührung diejenigen besänftigen, die leiden und vor dem Bombenregen fliehen. Möge deine mütterliche Umarmung diejenigen trösten, die gezwungen sind, ihre Häuser und ihre Heimat zu verlassen. Dein schmerzhaftes Herz bewege uns zum Mitgefühl und inspiriere uns, unsere Türen zu öffnen und uns um unsere Brüder und Schwestern zu kümmern, die verletzt und verstoßen sind.

 

Heilige Mutter Gottes, als du unter dem Kreuz standest, sah Jesus den Jünger an deiner Seite und sagte: "Siehe, dein Sohn" (Joh 19,26). Auf diese Weise hat er dir jeden von uns anvertraut. Zu dem Jünger und zu jedem von uns sagte er: "Siehe, das ist deine Mutter" (V. 27). Mutter Maria, wir wollen dich jetzt in unser Leben und unsere Geschichte aufnehmen. In dieser Stunde steht eine müde und verzweifelte Menschheit mit dir unter dem Kreuz und möchte sich dir anvertrauen und sich durch dich Christus weihen. Die Menschen in der Ukraine und in Russland, die dich mit großer Liebe verehren, wenden sich jetzt an dich, während dein Herz vor Mitgefühl für sie und für alle Völker schlägt, die durch Krieg, Hunger, Ungerechtigkeit und Armut dezimiert wurden.

 

Deshalb, Mutter Gottes und unsere Mutter, vertrauen wir uns selbst, die Kirche und die ganze Menschheit, insbesondere Russland und die Ukraine, feierlich deinem Unbefleckten Herzen an und weihen es. Nimm diesen Akt an, den wir mit Vertrauen und Liebe vollziehen. Gib, dass der Krieg aufhört und sich der Friede in der Welt ausbreitet. Das "Fiat", das aus deinem Herzen hervorging, hat dem Friedensfürsten die Türen der Geschichte geöffnet. Wir vertrauen darauf, dass durch dein Herz erneut der Friede anbrechen wird. Dir weihen wir die Zukunft der ganzen Menschheitsfamilie, die Bedürfnisse und Erwartungen aller Völker, die Ängste und Hoffnungen der Welt.

 

Auf deine Fürsprache möge Gottes Barmherzigkeit über die Erde ausgegossen werden und der sanfte Rhythmus des Friedens wieder unsere Tage prägen. Unsere Liebe Frau des "Fiat", auf die der Heilige Geist herabkam, stelle unter uns die Harmonie wieder her, die von Gott kommt. Mögest du, unsere "lebendige Quelle der Hoffnung", die Trockenheit in unseren Herzen tränken. In deinem Schoß hat Jesus Fleisch angenommen; hilf uns, das Wachstum der Gemeinschaft zu fördern. Du hast einst die Straßen unserer Welt durchschritten; führe uns nun auf den Pfaden des Friedens. Amen.

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Hier gibt es noch einen Impuls zum Josefsmonat

 

 

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